Plötzlich hörte man Tritte in den Gängen, die
Thüre öffnete ſich, Fackeln füllten das Gemach mit ih⸗
rem rauchigen Lichte, und ein Geiſtlicher in biſchöflichem Gewande trat ein, gefolgt von zwei Wachen, denen Karl mit der Hand ein gebieteriſches Zeichen machte. Die zwei Wachen entfernten ſich, das Gemach verſank abermals in Dunkelheit.
„Juron!“ rief Karl.„Juxon! ich danke, mein letzter Freund, Ihr kommt zu gelegener Zeit.“
Der Biſchof warf einen unruhigen Seitenblick auf den Menſchen, welcher in einem Winkel des Kamins ſchluchzte.
„Auf! Parry,“ ſagte der König,„weine nicht. Gott kommt zu uns.“
„Wenn es Parry iſt,“ verſetzte der Biſchof,„ſo habe ich nichts zu befürchten. Erlaubt mir alſo, Sire, Eure Majeſtät zu begrüßen und ihr zu ſagen, wer ich
bin und aus welchem Grunde ich komme.“
Bei dieſem Anblick, bei dieſer Stimme war Karl ohne Zweifel im Begriffe zu rufen; aber Aramis legte den Finger auf die Lippen und verbeugte ſich tief vor dem König von England.
„Der Chevalier!“ murmelte Karl.
„Ja, Sire,“ unterbrach ihn Aramis, die Stimme erhebend,„ja, der Biſchof Juron, ein getreuer Ritter
Chriſti, der ſich den Wünſchen Eurer Majeſtät fügt.“
Karl faltete die Hände, er hatte d'Herblay er⸗ kannt; er war wie vernichtet vor dieſen Menſchen, welche als Freunde, ohne einen andern Beweggrund, als den einer durch ihr eigenes Gewiſſen auferlegten Pflicht, ſo gegen den Willen eines Volkes und das Geſchick eines Königs handelten.
„Ihr ſeid es,“ ſprach er,„Ihrl wie ſeid Ihr bis hieher gelangt? Mein Gott, Ihr wäret verloren, wenn ſie Euch erkennen würden.“
„Denkt nicht an mich, Sire,“ ſagte Aramis, en König abermals durch eine Geberde Stillſchweigen
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