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Die bleiche Helle zweier Kerzen ließ in dem großen, hohen Gemache von ſeltſamen Reflexen beleuchtete Phan⸗ tome erſcheinen. Dieſe Phantome waren die Ahnen von König Karl, welche ſich aus ihren goldenen Rah⸗ men löſten. Die Reflexe rührten von dem letzten bleichen, ſpiegelnden Schimmer eines Kohlenfeuers her, das im Erlöſchen begriffen war.
Eine unermeßliche Traurigkett bemächtigte ſich des Königs. Er begrub ſeine Stirne in ſeinen zwei Hän⸗ den, dachte an die Welt, welche ſo ſchön iſt, wenn man ſie verläßt, oder vielmehr, wenn ſie uns verläßt, an die Liebkoſungen der Kinder, welche ſo ſüß und zart ſind, beſonders wenn man von dieſen Kin ern getrennt iſt, um fie nie mehr zu ſehen; dann an ſeine Gattin, ein edles, muthiges Geſchöpf, das ihn bis zu ſeinem letzten Augenblick unterſtützt hatte. Er zog aus ſeiner Bruſt das Demantkreuz und den Stern des Hoſenband⸗ ordens, dieſe Juwelen, die ihm durch die edel müthigen Franzoſen zugeſchickt worden waren, und küßte ſie. Als er dabei bevachte, daß er dieſe Gegenſtände nie wiederſehen würde, wenn er kalt und verſtümmelt im Grabe läge, fühlte er jenen eifigen Schauer über ſeine Glieder laufen, den uns der Tod wie ſeinen erſten Mantel zuwirft.
In dieſem Gemache, das ſo viele königriche Erin⸗ nerungen in ihm rege machte, wo ſo viel Höflinge ſich ewegt, ſo viele tauſend Schmeicheleien ausgeſprochen worden waren, allein mit einem verzweifelnden Die⸗ ner, deſſen ſchwaches Gemüth ſeine Seele nicht unter⸗ fützen konnte, ließ der König ſeinen Muth bis zu der Linie dieſer Schwächen, dieſer Finſterniß, dieſer Win⸗ terkälte herabfinken. Und ſollte man es glauben, Karl, der ſo groß, ſo erhaben, das Lächeln der Refignation auf den Lippen ſtarb, trocknete in der Finſterniß eine


