Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Dritte Abteilung], Ange Pitou : 1.-4. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
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„Sie wiſſen, daß ich dem Volke ſagen werde, die Kanonen ſeien noch da.“

„Sagen Sie es!“

„Sie wollen Sie nicht hinunterſchaffen!“

„Nein.“

„Entſchieden?“

„Die Kanonen des Königs ſind da auf einen Be⸗ fehl des Königs, mein Herr. Sie werden nur auf einen Befehl des Königs hinabkommen.“

„Herr de Launay,“ ſprach Billot, der ſein Wort in ſich zur Höhe der Lage der Dinge anwachſen und ſteigen ſah,„Herr de Launay, der wahre König, dem zu gehorchen ich Ihnen rathe, iſt da.“

Und er zeigte dem Gouverneur die graue, an ge⸗ wiſſen Stellen durch den Kampf am vorhergehenden Tage mit Blut beſudelte Menge, welche vor den Gräben wogte und die Waffen in der Sonne glänzen ließ.

„Mein Herr,“ ſprach de Launay, indem er den Kopf mit hoffärtiger Miene zurückwarf,„es iſt mög⸗ lich, daß Sie zwei Könige kennen; doch ich, der Gou⸗ verneur der Baſtille, kenne nur einen: das iſt Ludwig, der ſechszehnte ſeines Namens, der ſeine Unterſchrift unten an ein Patent geſetzt hat, kraft deſſen ich hier über Menſchen und Dinge gebiete.“

„Sie ſind alſo nicht Bürger?“ rief Billot zornig.

„Ich bin franzöſiſcher Edelmann,“ erwiederte der Gouverneur.

„Ah! es iſt wahr, Sie ſind Soldat und Sie ſpre⸗ chen als Soldat.“

„Sie haben das rechte Wort geſagt, mein Herr,“ erwiederte de Launah ſich verbeugend,„ich bin ein Soldat und vollziehe meinen Befehl.“

„Und ich, mein Herr, ich bin Bürger, und da meine Bürgerpflicht im Widerſpruch ſteht mit Ihrem Soldatenbefehl, ſo wird einer von uns ſterben, entwe⸗ der derjenige, welcher ſeinen Befehl befolgt, oder der⸗ jenige, welcher ſeine Pflicht erfüllt.“