Teil eines Werkes 
Zwanzig Jahre nachher : Fortsetzung der Drei Musketiere : 7.-10. Bändchen (1845) Vingt ans après
Entstehung
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Er kam wirklich im Auftrage der Königin, um den Cardinal zu holen.

Comminges hatte gut geſehen, und Mordaunt hatte wirklich gethan, wie er erzählte. Die Gallerie durchſchreitend, welche mit der großen Glasgallerie in parallel lief, erblickte Mordaunt Lord Winter, wel⸗ cher wartete, bis die Königin ihre Unterredung be⸗ ſchloſſen haben würde.

Bei dieſem Anblicke blieb der junge Mann plötz⸗ lich ſtille ſtehen, nicht in Bewunderung vor dem Ge⸗ mälde von Raphael, ſondern wie bezaubert beim Er⸗ ſchauen eines furchtbaren Gegenſtandes. Seine Augen erweiterten ſich, ein Schauer durchlief ſeinen ganzen Körper, es war, als wollte er den gläſernen Wall durchdringen, der ihn von ſeinem Feinde trennte; denn wenn Comminges geſehen hätte, mit welchem Ausdrucke des Haſſes ſich die Augen dieſes jungen Mannes auf Lord Winter hefteten, ſo würde er keinen Augenblick

daran gezweifelt haben, daß dieſer engliſche Edelmann

ſein Todfeind war.

Aber er blieb ſtille ſtehen, ohne Zweifel, um zu überlegen, denn ſtatt ſich von ſeiner erſten Bewegung hinreißen zu laſſen, der zu Folge er gerade auf Lord

Winter zugehen wollte, ſtieg er langſam die Treppen

hinab, verließ den Palaſt mit geſenktem Haupte, ſchwang ſich in den Sattel, ſtellte ſich mit ſeinem Pferde an der Ecke der Rue de Richelieu auf und wartete, die Augen auf das Gitter geheftet, bis der Wagen aus dem Hofe kam.

Er hatte nicht lange zu warten, denn die Köni⸗ gin blieb kaum eine Viertelſtunde bei Mazarin; aber dieſe Viertelſtunde des Harrens ſchien dem Wartenden ein Jahrhundert. Endlich kam die plumpe Maſchine, die man damals eine Carroſſe nannte, ächzend durch das Gitter heraus und Lord Winter, der wieder zu Pferde ſaß, neigte ſich abermals an den Kutſchenſchlag, um mit der Königin zu ſprechen.