nein: beſteht der König darauf, in England zu blei⸗ ben, werdet Ihr ihm Hülfe ſchicken? kommt er nach Frankreich, werdet Ihr ihm Gaſtfreundſchaft gönnen?“
„Madame,“ antwortete der Cardinal, die größte Offenherzigkeit heuchelnd,„ich hoffe, Eurer Majeſtät zu beweiſen, wie ſehr ich ihr ergeben bin und wie ſehr ich eine Angelegenheit zu Ende zu bringen wünſche, die ihr ungemein am Herzen liegt, wonach Eure Ma⸗ jeſtät an meinem Eifer, ihr zu dienen, nicht mehr zweifeln wird, wie ich denke.“
Die Königin biß ſich in die Lippen und bewegte ſich auf ihrem Stuhle voll Ungeduld hin und her.
„Nun, was wollt Ihr thun?“ ſagte fie,„ſprecht.“
„Ich will auf der Stelle die Königin über dieſe Sache um Rath fragen, und wir werden ſie dann ſo⸗ gleich dem Parlament vorlegen.“
„Mit dem Ihr in Fehde lebt, nicht wahr? Ihr beauftragt Brouſſel, Berichterſtatter zu ſein. Genug, Herr Cardinal, genug. Ich verſtehe Euch, oder viel⸗ mehr ich habe Unrecht. Geht wirklich zum Parlament, denn von dieſem Parlament, dem Feinde der Könige, iſt der Tochter des erhabenen Heinrich 1W. die ein⸗ zige Unterſtützung zugekommen, welche ſie dieſen Win⸗ ter verhindert hat, vor Hunger und Kälte zu ſterben.“
Nach dieſen Worten erhob ſich die Königin mit einer majeſtätiſchen Entrüſtung.
ſ Der Cardinal ſtreckte die gefalteten Hände gegen e aus.
6 Madame, Madamel! wie ſchlecht kennt Ihr mich doch.“
Aber, ohne ſich nach demjenigen umzuwenden, wel⸗ cher dieſe heuchleriſchen Thränen vergoß, durchſchritt die Königin das Cabinet, öffnete ſelbſt die Thüre, ging mitten durch die zahlreichen Wachen Seiner Eminenz, mitten durch die Höflinge, welche ſich herandränaten, um ihm ihre Huldigung darzubringen, auf Lord Win⸗ ter zu, der vereinzelt da ſtand, und nahm ſeine Hand—
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