Teil eines Werkes 
Zwanzig Jahre nachher : Fortsetzung der Drei Musketiere : 4.-6. Bändchen (1845) Vingt ans après
Einzelbild herunterladen

21

Tage vorher in einer kleinen Wiege einen reizenden Knaben von drei Monaten mit einer Börſe voll Geld und einem Billet erhalten, in welchem nur die einfachen Worte ſtanden: 11. Oktober 1633.

Das war das Ende des ſeltſamen Abenteuers, verſetzte Frau von Chevreuſe.

Ja, aber er begriff nichts davon, als daß er dieſe Nacht bei einem Sterbenden zugebracht hatte; denn Mgrie Michon verließ ſelbſt das Pfarrhaus vor ſeiner Rückkehr.

Ihr wißt, mein Herr, daß Marie Michon, als ſie im Jahr 1643 wieder nach Frankreich kam, ſogleich Kunde über dieſes Kind einziehen ließ. Als Flüchtling konnte ſie es nicht behalten; aber nach Paris zurück⸗ gekehrt, wollte ſie es bei ſich erziehen laſſen.

Und was ſagte ihr der Abbs? fragte Athos.

Ein vornehmer Herr, den er nicht kenne, habe das Kind, ſich für ſeine Zukunft verbürgend, überneh⸗ men wollen und mit ſich fortgeführt.

Es war die Wahrheit.

Ah, dann begreife ich. Dieſer Herr waret Ihr, es war ſein Vater.

Stille, ſprecht nicht ſo laut, Madame. Er iſt da!

Er iſt da! rief Frau von Chevreuſe raſch auf⸗ ſtehend,er iſt da, mein Sohn, der Sohn von Marie Michon iſt da! Aber ich will ihn ſogleich ſehen.

Gebt wohl Acht, Madame, er kennt weder ſeinen Vater, noch ſeine Mutter.

Ihr habt das Geheimniß bewahrt und bringt ihn mir hieher, weil Ihr denkt, Ihr machet mich ſehr glücklich. Oh! ich danke, ich danke, mein Herr, rief Frau von Chevreuſe, faßte ſeine Hand und ſuchte ſie an ihre Lippen zu führen,ich danke, Ihr ſeid ein edles Herz.

Ich bringe ihn Euch, ſagte Athos, ſeine Hand zurückziehend,damit Ihr ebenfalls etwas für ihn thun möget. Bis jetzt ſorgte ich allein für ſeine Erziehung