„Mich täuſchen Sie nicht, mein Herr, ich weiß, was Sie wollen, und ich weiß auch, daß Ihr Zweck niemals erreicht wird. Dem Ar⸗ beiter wird dieſe Revolution nicht zum Heile dienen, Ströme Blutes werden in den Straßen der Stadt Paris fließen, das Blut der Ar⸗ beiter, die da glauben, für eine gute Sache ihr Leben zu opfern. Man wird Paris verwüſten, an allen vier Enden anzünden, morden, ſengen und plündern und zuletzt ziehen die Truppen der Regierung in die verwüſtete Stadt ein, um das Werk zu beenden. Man wird die Anführer erſchießen, Tauſende nach Cayenne bringen oder in den Kerkern verſchmachten laſſen und unzählige Flüche werden diejenigen treffen, welche das Alles angezettelt haben. Marquis, es iſt ein ge⸗ fährliches Spiel, aber die Karten ſind nun einmal gegeben, man muß die Würfel rollen laſſen. Kindiſch und lächerlich aber iſt es, wenn Sie auf eine Macht pochen, die Sie nicht beſitzen, nie beſitzen werden.“
„Woher wiſſen Sie das Alles?“ fragte der Marquis, zitternd vor Erregung.
„Bah, ich weiß mehr, wie andere Leute, ohne deshalb Spümne beſolden zu müſſen. Meine Macht iſt größer, wie die Ihrige, Sie zählen zu denjenigen, welche aufbauen wollen, ich zu denen, welche einreißen, und die letztere Partei iſt mächtiger, als die erſte. Wenn die Flammen aus den Tuilerien auflodern werden, dann feiern wir einen Sieg, einen Sieg, in dem wir untergehen.“
„Das iſt Verrücktheit!“ ſagte der Marquis, dem die prophetiſchen Worte der Alten Grauen und Entſetzen einflößten.*
„Weil Sie das Volk nicht kennen, weil Sie nicht wiſſen, wie fürchterlich entfeſſelte Leidenſchaften raſen. Sie glauben noch an Ideale, ich behandle die Menſchen, wie ſie ſind, wir wollen ſehen, wer Recht behält.“
Der Edelmann zuckte die Achſeln, als ob er ſagen wollte, mit einem wahnſinnigen Weibe laſſe ſich nicht ſtreiten, dann nahm er ſeinen Hut und im nächſten Augenblick fiel die Thüre hinter ihm in's Schloß.


