Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Wohin wird man uns bringen? fra Gefreiten einen bedeutſamen Blick zuwarf.

Zur Polizei⸗Präfektur.

Werden wir dort bleiben?

Wahrſcheinlich, wenigſtens ſo lange, bis das Kriegsgericht ſein Urtheil geſprochen hat.

Erneſt ſtand in Gedanken verſunken. Seine erampfhaft geballten Fäuſte, die flammenden Augen und zuckenden Lippen ließen erkennen, daß gewaltige Stürme in ſeinem Innern tobten, Stürme der Wuth, des Haſſes und der Verzweiflung.

Er hatte ſchon daran gedacht, ob er den Kampf mit den Häſchern aufnehmen ſolle, aber er ſah ein, daß dies Thorheit geweſen wäre, die Gegner waren zu gut bewaffnet, und der Kampf ſelbſt würde ja nur ein Beweis für ſeine Schuld geweſen ſein.

Ja, es war das Werk des Marquis; der Edelmann hatte gehofft, ſein Bote werde von Verſailles nicht zurückkehren, und als er in dieſer Hoffnung ſich nicht getäuſcht ſah, benutzte er andere Mittel, um ſich von dem gefährlichen Gegner zu befreien.

Aber wie die Dinge gegenwärtig lagen, konnten die Freunde ſich der Verhaftung nicht entziehen, und dem nochmaligen barſchen Befehl des Unteroffiziers fügten ſie ſich jetzt ohne Widerrede.

Jean blieb allein in der Manjarde zurück, es wunderte ihn, daß man nicht auch ihn mitgenommen hatte.

Alſo ſo ſieht et in Paris aus? brummte er, nachdem der Schall der Schritte draußen verhallt war.Nanu, det is ne ſchöne Wirthſchaft, un die Pariſer könnten unſerm Herrjott danken, wenn die Preußen einmarſchirten. Wat denn nu? Donnerwachsſtock, ick bin en jroßer Eſel jeweſen, det ick mir in die Falle habe lecken laſſen! Nu ſitze ick feſte un hol' mir der Deubel, da is die olle Hexe wieder.

Madame Leroi ſtand in der offenen Thüre und ſah mit ihren unheimlichen Augen den jungen Mann höhniſch an.

He, ich wußte wohl, daß es ſolches Ende nehmen würde, ſagte ſie,es iſt nichts ſo fein geſpenten, es kommt doch endlich an die Sonnen!

So? erwiderte Jean unwirſch.Olle Schachtel, wat Ihr dazu jethan habt, det wiſſen wir ooch.

Natürlich! höhnte die Alte.Ich bin ja immer der Sünden⸗