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mir das Aeußere dieſer Gefangenen beſchreiben und erkannte Marie Reimann.“
„Unmöglich!“ rief Erneſt betroffen.
„Wie ich Dir ſage. Der Tag, an welchem ſie in's Gefängniß gebracht wurde, ſtimmt genau mit dem Tage, an welchem ſie hier ihre Wohnung verließ.“
In fieberhafter Erregung war Erneſt von ſeinem Sitze aufge⸗ ſprungen, er wanderte mit großen Schritten auf und nieder, um die Stürme zu bemeiſtern, die in ſeinem Innern tobten.
„Ah, wenn das die Wahrheit wäre!“ ſagte er mit dumpfer Stimme.
„Es ſteht Dir frei, ſelbſt in St. Lazare nachzuforſchen, ich war, als ich das Gefängniß verließ, meiner Sache ſicher. Und als ich heimkehrte, begegnete mir der Marquis hier in der Treppe, ich erkannte ihn ſogleich, aber da er ſo eilig an mir vorbeiſchritt, mochte ich ihn nicht anreden.“
„Er wollte ſich gewiß nach mir erkundigen.“
„Hm, dann würde er mich angeredet haben. Auch hörte ich drüben das Weib boshaft lachen, es klang mir wie das Lachen eines Satans, der ſich über einen gelungenen Streich freut. Und Du wirſt wiſſen, Erneſt, daß die Hexe niemals ohne beſonderen Grund lacht, ſie hat ihre Hände jedenfalls im Spiele gehabt, und ich ver⸗ muthe, daß der Marquis bei ihr war, um ihr den Sündenlohn zu bringen.“
„Tod und Teufel!“ fuhr Erneſt auf.
„Nanu, regt Euch nich uff!“ ſagte der Gefreite begütigend. „Erſt Klarheit, dann handeln.“
„Ja, erſt Klarheit“, murmelte Erneſt.„Ich kann noch immer nicht glauben, daß dieſer vornehme, wohlwollende Herr mich ſo ſchändlich hintergangen haben ſoll!“
Sein Wohlwollen war berechnet, es ſollte Dich in Sicherheit wiegen“, ſagte Paul.„Weshalb ſchickte er Dich nach Verſailles? Er hoffte mit Zuverſicht, Du werdeſt den Preußen in die Hände fallen, dann warſt Du beſeitigt.“
„Aber wer hat die Gefangene entführt?“
„Parbleu, wenn man in St. Lazare das wüßte, würde man den Betreffenden ſammt der Entflohenen längſt hinter Schloß und Riegel haben.“


