Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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Sie ſtanden vor dem Thore, Erneſt wechſelte einige Worte mit dem Poſten, fünf Minuten ſpäter wurden ſie eingelaſſen.

Der Offizier der Thorwache richtete einige Fragen an ſie, dann ließ er ſie gehen.

Der Gefreite erkannte in der That ſein ſchönes, luſtiges Paris nicht wieder.

Ueberall waren Barrikaden errichtet oder im Bau begriffen, überall ſah er Waffen blitzen, und die Geſtalten, die ihm begegneten, machten nicht im Entfernteſten einen erfreulichen Eindruck auf ihn. Manchmal kam es ihm vor, als ob man die Gefängniſſe und Galeeren geräumt habe, um ihre Inſaſſen zu bewaffnen, und es würde ihn durchaus nicht überraſcht haben, wenn eine von dieſen Geſtalten ihm das Gewehr auf die Bruſt geſetzt und ſeine Börſe 1 gefordert hätte.

Erneſt zuckte die Achſeln, als ſein Freund dieſe Anſicht äußerte, er wußte nicht, was er darauf erwidern ſollte.

Von dem früheren Leben und Treiben war nichts mehr zu ent⸗ decken. Der Gefreite hatte oft in den erſten Morgenſtunden die Hauptſtraßen durchwandert und ſeine Freude an dem ſchönen Vieh, dem herrlichen Gemüſe und dem prachtvollen Obſt gehabt, welches von unzähligen, hochbepackten Karren zu Markt gebracht wurde, heute ſah er nur hier und da einen ſolchen Wagen, und was von dieſen abgeladen wurde, ſah durchaus nicht einladend aus.

In vielen Straßen bemerkte er vor einzelnen Häuſern zahlreiche, dicht zuſammengedrängte Menſchenmaſſen, Nationalgardiſten, Frauen, Greiſe und Kinder, ja, Mütter mit dem Säugling auf den Armen.

Es waren die Häuſer der Bäcker und Metzger, die vielleicht erſt nach zwei Stunden ihre Läden öffneten, und glücklich der, dem es alsdann gelang, ſeinen Bedarf für dieſen Tag zu erhalten, und was der morgende Tag brachte wer wußte es?

Schon jetzt ſah man manches bleiche, abgehärmte Geſicht, die 3 Fittige des Todes rauſchten ſchon über der unglücklichen Stadt, die für ihre Sünden ſo ſchwer büßen mußte.

Erneſt eilte an dieſen Gruppen vorbei, die für den Gefreiten in⸗ ſofern Intereſſe hatten, als ſie ihn erkennen ließen, daß Noth und Elend in die einſt ſo üppige Stadt ſchon eingezogen waren.

Und auf den Boulevards boten dem Auge ſich wieder andere

Scenen. Einige Cafés hatten ſchon geöffnet, Mobilgarden und Zuaven

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