Erſtes Kapitel. Die Verſchworenen Gambetta's.
Mieder mit dem Verräther!— In die Seine mit dem napo⸗ leoniſchen Schuft, der ſein Vaterland verrathen willl— An die Laterne mit dem Kerl!“
Alſo erſchallten die drohenden Rufe aus dem Volkshaufen, der auf dem Boulevard Sebaſtopol einen noch jungen, herkuliſch gebauten Mann umzingelt hielt, und zwar geſchah dies am Abend des 4. Sep⸗
tember 1870, deſſelben Tages, an welchem der geſetzgebende Körper
den bei Sedan in Kriegsgefangenſchaft gerathenen Kaiſer abſetzte und die franzöſiſche Republik proclamirte.
Der Bedrohte ſtand furchtlos der Menge gegenüber, er hätte den kleinen buckligen Kerl mit den ſchielenden Augen und dem gelben Geſicht, der vor ihm ſtand und am lauteſten ſchrie, mit einem ein⸗ zigen Schlage ſeiner ſehnigen Fauſt niederſchmettern können, aber er erhob den Arm nicht, nur ein verächtliches Lächeln umzuckte ſeine Lippen.„Wer wagt es, zu behaupten, daß ich Frankreich verrathen habe?“ erwiderte er.„Wer kann mir dieſes Verbrechen beweiſen?“
„Ich!“ ſchrie der Bucklige, aber er trat doch einen Schritt zurück, als jetzt der flammende Blick des jungen Mannes ihn traf.„Ihr wart bis heute ein Agent Pietri's—“
„Das iſt eine Lüge!“ fuhr der Bedrohte auf.„Ich bin ein guter Patriot, ein Republikaner mit Leib und Seele! Wollt Ihr die Fahne der Republik mit dem Blute ihrer beſten Bürger beſudeln?“
„Nein! Nein!“ ſchrieen Mehrere.„Aber wer ſeid Ihr, wenn
die Anklage gegen Euch eine Lüge iſt?“
„Ich bürge für ihn“, rief ein anderer junger Mann, eine kleine gedrungene Geſtalt, welcher ſich gewaltſam eine Bahn durch die Menge
gebrochen hatte.„Dieſer Mann iſt Paul Bertrand, Maſchinen⸗
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