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ich werde den Brief unterzeichnen und ihn heute Abend an die richtige Adreſſe befördern.“
Mit einer Gewandtheit, die den Schreiber in Erſtaunen ſetzte, ſchloß Jacob Herz den Brief mit dem ſo kunſtreich abgelöſten und nun ebenſo kunſtreich aufgeklebten Siegel.
„Was ſagen Sie nun?“ fragte der Wucherer triumphirend. „Bezweifeln Sie auch jetzt noch, daß meine Bemühungen den ge⸗ wünſchten Erfolg haben werden?“
„Wenn Sie ſtets mit derſelben Gewandtheit und Umſicht zu Werke gehen, durchaus nicht!“ erwiderte Schenk, der jetzt einſah, daß ſein Herr und Meiſter in dieſer Beziehung ihn bedeutend überragte.
„Gut, ſo werden Sie ees jetzt auch mir überlaſſen, dieſe Angelegenheit zu ordnen,“ fuhr Herz im Tone geſchmeichelter Eigenliebe fort.„Wenn ich Ihnen nun dafür, daß Sie ſich ver⸗ pflichten, zu ſchweigen, zehntauſend Dollars zahle, ſo iſt das nach meiner Meinung mehr wie genügend. Sie gehen alſo auf meinen Vorſchlag ein?“
Bernhard Schenk ſah eine Weile ſinnend hinaus auf den kleinen, mit einer hohen Mauer umſchloſſenen Hof, als ob er ſich Rath holen wolle in den Schutt⸗ und Kehrichthaufen, die ſeit Jahr und Tag dort lagen.
„Ich gehe darauf ein,“ erwiderte er endlich,„aber unter der Bedingung, daß, wenn die Sache ſchief abläuft, meine Mitwirkung geheim bleibt. Ich werde alsdann läugnen, etwas von Ihren Abſichten und Plänen gewußt zu haben und Sie müſſen das be⸗ ſtätigen.“
„Gut,“ ſagte der Wucherer,„ich werde Ihren Wünſchen in dieſer Beziehung Rechnung tragen, ſo viel es mir möglich iſt. Vor allen Dingen handelt es ſich jetzt darum, ein taugliches Sub⸗ jekt zur Reiſe nach Braſilien zu finden. Sehen Sie einmal das Regiſter meiner Schuldner durch und zwar hauptſächlich die Liſte derjenigen, welche die Blüthe meiner faulen Schuldner ſind, und demnächſt ohne Schonung zur Tilgung ihrer Schuld angehalten werden ſollen.“.
Der Schreiber öffnete eins der vor ihm liegenden Bücher und blätterte in demſelben eine kurze Weile.
„Abraham Abel,“ las er,„Cigarrenhändler, ſchuldet achtzig Thaler ſammt Zinſen vom Auguſt 1847.“
„Weiter,“ ſagte Herz, während er mit verſchränkten Armen auf- und abwanderte,„der Mann ſitzt nicht tief genug in der Kreide, außerdem iſt er ein Dummkopf.“
„Mathias Berenberg—“
„Um Gotteswillen, mit dem könnte man die Stadtmauern
Fünfmal hunderttauſend Thaler. 2


