Die Räumlichkeit glich keinem kaiſerlichen Buen Retiro. Auf dem Parquetboden herum zerſtreut lagen die Scherben des herabgeſtürzten Kronleuchters. Sopha und Stühle waren zum Theil zertrümmert. In einer Ecke befand ſich ein Ruhebett in vollſter Unordnung. Neben demſelben bemerkte man ein Bündel Garnge⸗ ſpinnſt, das eine Art von Strickleiter zu ſein ſchien. In der Mitte lagen zwei Fäſſer, welche einen widrigen Petroleumgeruch verbreiteten. Die Feuerſäulen der brennenden Stadt warfen durch die hohen Fenſter her⸗ ein auf dieſe Gegenſtände ein unſtetes Halblicht, durch welches das Gemach ein noch beängſtigenderes Colorit erhielt, als die undurchdringlichſte Finſterniß je zu er⸗ zeugen vermocht hätte.
Draußen rückte der Straßenkampf näher und näher. Schon hörte man neben dem immer furcht⸗ barer dröhnenden Donner der Kanonen das Geſchrei der Flüchtigen und das Stöhnen der Verwundeten.
Dallmer ſchauerte und klammerte ſich krampfhaft an ſeinen Begleiter.
„Bah!“ begann Holms und ſchob ſeinen Freund auf das Ruhebett.„Nur jetzt keine Komödie! Jedes Uebel läßt ſich durch ſich ſelbſt bannen, namentlich die
Furcht.“ „Wenn Du mich von meiner Furcht erlöſen könnteſt,
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