175
„Nichts, Ungeheuer“, erwiderte der Jüngling kalt, „nichts, als Dir kund thun, daß das geronnene Blut auf der Spitze des Dolches Deine That ver⸗ rieth.“
Und er wendete ſich gegen ſeine Begleiter:
„Kehrt Euch und tragt den Leichnam in mein Haus! Ich will einen Trauerzug veranſtalten, wie noch keine Königin der Erde ihn erhielt. Ganz Puebla ſoll den ermordeten Engel ſehen und ſoll erfahren, daß Dallmavi heute Nacht ſeine eigene Tochter er⸗ dolchte.“
Mit dieſen Worten ſchritt Alberto wieder die Treppe hinunter und eilte laut weinend dem elenden Hüttchen zu, welches bisher Alma's Herberge geweſen war. Seine Diener folgten ihm ſchweigend nach.
Dallmavi ſtand wie verſteinert da. Ehe er Zeit fand, ſich aus dieſer neuen Verlegenheit herauszuwickeln und das Vorhaben des Jünglings zu vereiteln, wurde ſeine grenzenloſe Verwirrung noch durch einen Lärm geſteigert, der jetzt plötzlich im Garten begann und ſich immer lauter und bedrohlicher vernehmen ließ.
Dallmavi wankte an's Fenſter und ſchaute über die Treibhäuſer hinüber gegen die Negerwohnungen. Dort war Alles ſtill und Niemand zu ſehen als Alberto mit ſeinen Begleitern, die behenden Schrittes auf Alma's


