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künden. Nach einer Minute folgte ein zweiter Schuß und dann fielen in immer kürzern Zwiſchenpauſen noch vierzig Schüſſe, bis endlich eine Salve aus mehr als hundert Feuerſchlünden die Luft erzittern machte und gleichzeitig das ganze Caſtell wie durch einen Zauber⸗ ſchlag ſich in ein Feuermeer verwandelte. Die unge⸗ ahnte Verſcheuchung der finſtern Nacht durch eine künſt⸗ liche Tageshelle wirkte feenhaft und machte auf die Zuſchauer einen überwältigenden Eindruck, von dem ſich nur diejenigen einen klaren Begriff werden machen können, welche je auf dem Caſtell St. Angelo in Rom die alljährlich zur Feier des Apoſtelfeſtes wiederkehrende Girandola geſehen haben. In der That war das be⸗ gonnene Schauſpiel eine mit wenigen Zuthaten ver⸗ mehrte Copie jenes römiſchen Sinnenſchmauſes. Nach wenigen Minuten zertheilte ſich das ungeheure Flam⸗ menmeer in einzelne Strahlen, aus welchen hunderte von Feuerrädern, Puffern und Raketen zu ſpielen be⸗ gannen. Dann verſank das Ganze für einen Augen⸗ blick in finſtere Nacht, um ſchon im nächſten Augenblick als große Moſchée von Konſtantinopel glanzvoll wie⸗ der zu erſtehen. In hunderttauſenden von Lichtern aller Farben gezeichnet, ſtand das treue Abbild des impoſanten Bethauſes der Moslemin vor der ſtau⸗ nenden Menge da. Und ſo tauchten in kurzen Zwi⸗ Köberle, Alles um ein Nichts. II. 11


