„Ich kenne Dich nicht“, entgegnete Malva furchtſam. „Wie?“ fiel der Mohr ein und breitete ſeine Arme nach ihr aus.„Haſt Du Deinen Penno vergeſſen?“
„Du— Du wärſt Penno?“ flüſterte ſie vor Freude zitternd und ſtarrte forſchend in ſein Geſicht.
Trotz der langen Trennung erkannte ſie jetzt unter der erkünſtelten Schwärze die theuren Züge ihres Man⸗ nes. Weinend flog ſie in ſeine Arme.
„Liebes Weib“, begann Penno.„Es iſt nicht Zeit, unſern Gefühlen freien Lauf zu gönnen. Wir könnten belauſcht werden. Faſſen wir uns kurz!“
„Du haſt recht, guter Mann“, entgegnete Malva und trocknete mit der Schürze ihre Thränen ab, wäh⸗ rend ſie ſich ängſtlich nach allen Seiten umſah.„Wenn Dallmavi Dich bei mir erblickte, ſo wäre es um Dich geſchehen. Er weiß, was Du ihm geſchworen. Er zittert vor Deinem Dolche.“
„Keine Furcht, Malva!“ beruhigte Penno.„Dall⸗. mavi ſah mich bereits. Da er mit Eskobadi verſöhnt iſt, ſo hegt er keinen Argwohn, daß der Rächer ihm ſo nahe iſt.“
„Und Du wollteſt heute, hier im Palaſt, Deinen Rachedurſt ſättigen?“ fragte Malva ängſtlich.
„Nein, liebes Weib“, entgegnete Penno.„Ich be⸗ nützte nur dieſe Gelegenheit, um endlich die Räumlich⸗


