Teil eines Werkes 
2. Band (1871)
Entstehung
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jedoch wußte er ſich wieder zu faſſen und, über ſeine eigene Anwandlung erröthend, fuhr er wild auf:

Was ſoll das?

Wenn er gehofft hatte, durch ſein erkünſteltes Auf⸗ flammen eine einſchüchternde Wirkung zu erzielen, ſo mußte er bald erfahren, daß er ſich dießmal bitter ge⸗ täuſcht. Schon früher haben wir in Mathildens Cha⸗ rakter einen Zug mannhafter Feſtigkeit wahrgenommen, der gerade unter den ſchwierigſten Verhältniſſen beſon⸗ ders glänzend hervortrat. Auch jetzt ſiegte der Muth der Verzweiflung über die Größe ihres Schmerzes und ſie entgegnete mit imponirender Hoheit:

Mir ſteht das Fragen zu, nicht Dir, zehnfacher Betrüger, der ohne mich nichts wäre, als ein elender Sklave. Wo iſt meine Freundin? Wo iſt Fiore?

Unter andern Verhältniſſen würde Dallmavi auf jeden, der ihn ſo anzureden gewagt hätte, mit der Wuth einer gereizten Hyäne losgefahren ſein. In dieſem Augenblicke aber beſaß er wirklich nicht den Muth, den ſo gerechten Zorn ſeiner Gattin zu überbieten. Theils die niederſchmetternde Wahrheit des vorgebrachten Ar⸗ guments, theils der vernichtende Blick des ſchmach⸗ voll getäuſchten Weibes brachten in ihm eine Ver⸗ wirrung hervor, der er ſich nicht ſoſort zu entwinden vermochte.