Dreizehntes Kapitel.
Die Binde fällt von den Augen.
„Nicht hoffe, wer des Drachen Zähne ſä't, Erfreuliches zu ärndten!“ Schiller, Wallenſtein.
Noch war ſeit dem eben erzählten Ereigniß kein volles Jahr verfloſſen, als zwiſchen den zwei Neuver⸗ mählten ſchon düſtere Schatten aufſtiegen, die, gleich den Wetterwolken am fernen Horizonte, die Vorboten tragiſcher Stürme zu werden drohten. Julius, welcher ſich jetzt Sennore Giulio Dallmavi nannte und ſeine deutſche Herkunft gegen Jedermann in Puebla verheim⸗ lichte, hatte während der Flitterwochen trefflich ver⸗ ſtanden, durch aalglatte Schmiegſamkeit ſeiner jungen Frau deren ganze Baarſchaft abzulocken. Die eine
Hälfte ihres Vermögens ſollte, wie zwiſchen dem jungen
Ehepaar verabredet worden war, zur Gründung eines
Köberle, Alles um ein Nichts. II. 1


