Teil eines Werkes 
1. Band (1871)
Entstehung
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geweſen, daß er gefeſſelt und geblendet den Beſtien der Urwälder zur Speiſe überantwortet werden ſollte? Oder begann ſich an ihm eben der zweite Theil der Geſchichte Mazeppa's zu wiederholen, welchen, ehe er den Wölfen zur Beute fiel, mitleidige Menſchen wieder vom wilden Pferde losbanden und ſpäter ſogar zum Fürſten der Ukraine erhoben? Träumte er vielleicht nur von einem lieben Bilde aus vergangenen Tagen, das oft ſchon in ſeiner Phantaſie aufgetaucht war und ihm bald ein liebreiches, bald ein kummererfüllt vor⸗ wurfsvolles Antlitz gezeigt hatte? Oder ſtand das Ori⸗ ginal jenes Bildes jetzt wieder leibhaft und lebendig vor ihm? Er wußte nicht, wie ihm geſchah, und ſchaute faſt ſcheu zu Mathilden empor, die mit liebeſtrahlendem Auge ſanft auf ihn herabblickte.

Erkennſt Du mich nicht, mein Julius? begann Mathilde mit unbeſchreiblich weicher Stimme.Er⸗ kennſt Du Deine Braut nicht mehr? Es iſt Wirklich⸗ keit, was Du ſiehſt!

Kein Traum? fiel Julius noch ungläubig ein und rieb mit der Hand ſeine Augen, als ob ein Flor über ſeine Sehkraft ausgebreitet läge.Du, Mathilde, Du meine Befreierin?

Und hier unſer Kind! fuhr Mathilde mit Innig⸗ keit fort.Julius, die Vorſehung leitete uns auf