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Thier vorwärts, und Mathilde mit ihrem Kleinen auf dem Arm ſchritt hinten nach.
So bewegte ſich die ſeltſame Carawane über die Zug⸗ brücke des Laufgrabens hinaus ins Freie, während hin⸗ ter ihnen das äußere Hofthor knarrend ſich wieder ſchloß.
Julius weinte laut und ſtöhnte:
„Seid barmherzig und ſchlagt mich todt, daß ich nicht im Urwald bei lebendigem Leibe langſam von den Hyänen aufgefreſſen werde!“
Mathilde, der über dieſe Klage faſt das Herz zer⸗ ſprang, warf ſcheu einen Blick auf das Caſtell zurück. Als ſie weit genug von der Mauerumfaſſung entfernt waren, um dort nicht mehr verſtanden zu werden, flüſterte ſie dem Weinenden raſch zu:
„Vertrau auf Gott und Deinen guten Engel! Du biſt gerettet.“
„Welch wunderbare Stimme!“ rief Inlius ent⸗ zückt.„Biſt Du wirklich ein guter Engel, den der Him⸗ mel mir zum Troſt ſandte, oder biſt Du ein Menſch? O ſchweige nicht! Sprich weiter! Der Ton klang ſo heimiſch, als ob ich ihn ſchon früher einmal gehört ha⸗ ben müßte. Und dennoch kenne ich Dich nicht. Wer biſt Du? Sprich! o ſprich!“
Aber ſo ſehr auch Julius flehte und bat, Mathilde gab keine Antwort mehr. Sie glaubte bemerkt zu haben,


