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151 Mathilde fühlte, daß jetzt Alles verloren ſei, wenn
ſie ſich in Widerſprüche verwickle oder ihrer gewagten Behauptung keine plauſible Erklärung nachfolgen laſſen
könne. Kaum vermochte ſie noch, mit dem Aufwand aller Kräfte die Angſt ihres Herzens zu verbergen.
„Euren größten Wohlthäter?“ wiederholte Eskobadi noch finſterer und fügte bei:„Wie meinen Sie das, Sennora?“
„Es iſt edel,“ begann Mathilde und verſuchte ihrer ſteigenden Angſt das Colorit einer aus dem Ge⸗ fühle des Dankes entſpringenden Gemüthsaufregung zu geben,„es iſt edel von einem Millionär gedacht, wenn er von den Wittwen oder Waiſen, deren Thränen er getrocknet, nicht gekannt ſein will. Ich weiß aus dem Munde meiner Mutter, daß dieſelbe nach dem Tode meines Vaters ins tiefſte Elend verſunken war und Hülfe ſuchend auf den Straßen von Paris troſtlos umher irrte. Sie fand bei ihren Landsleuten keine Unterſtützung und ſank endlich, vom Hunger gebrochen, mit mir armen Säugling kraftlos am Wege nieder. Da nahte ſich uns ein Fremder. Es war ein Indi⸗ aner aus Mexiko, aber er beſaß ein vortreffliches Herz. Mit kaiſerlicher Großmuth überreichte er meiner Mutter nicht nur die reich gefüllte Börſe, die er eben bei ſich trug, ſondern ließ uns überdieß ſeither allvierteljährlich


