Teil eines Werkes 
1. Band (1871)
Entstehung
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raden. Wir fanden in allen Knabenſpielen uns treff⸗ lich zuſammen und gelobten damals in kindlicher Ein⸗ falt, gegenſeitig Freunde zu bleiben für das ganze Leben. Die Macht der äußern Verhältniſſe führte uns bald auseinander, Dich zu einem Kaufmann in die Lehre und mich in eine Studienanſtalt. Unſer Brief⸗ wechſel, den wir auch in der Ferne regelmäßig unter⸗ hielten, drehte ſich nur um Oberflächlichkeiten und Jedem von uns blieb die radikale Verſchiedenheit der Geiſtes⸗ entwicklung des Andern verborgen. Nach jahrelanger Trennung eilten wir, in dem Wahn, noch die alte Freundſchaft zu finden, einander perſönlich wieder in die Arme. Unſre erſte Begegnung war ein Mißton, und dieſe Stunde vollends zeigte uns plötzlich eine zwiſchen mir und Dir berſtende Kluft, die ſich in Aeonen von Jahren nicht überbrücken läßt. Wir ſind von heute an geſchieden— geſchieden auf immer. Du wirſt mir einen Gefallen erweiſen, wenn Du in Zukunft gegen Niemanden äußerſt, daß wir uns je gekannt haben.“

„Sei weniger zurückſtoßend, Karl“, warf Julius nicht ganz ohne Gefühl ein.„Die Lebensanſchauungen, denen Du huldigſt, führten noch ſelten auf einen grünen Zweig. Wer weiß wann, wo und wie Du mich noch brauchen kannſt!“

„Und würde ich ſo bettelarm wie ein chriſtlicher