Teil eines Werkes 
1. Band (1871)
Entstehung
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ſo eben die letzten Strahlen der untergehenden Sonne, und auf den Spitzen der Alpenkette begann jenes rei⸗ zende Farbenſpiel, deſſen überraſchende Wechſel man auf deutſcher Erde vielleicht nirgends ſo vollkommen in ihrer ganzen Großartigkeit betrachten kann, wie am Ufer des Bodenſees. Keiner von Beiden aber hatte in dieſem Moment ein Auge für die Metamorphoſen der abendlichen See⸗ und Gebirgslandſchaft. Wohl mochten auch die Gefühle, denen ſich ein jeder hingab, wenig zur Harmonie des wundervollen Bildes ſtimmen, das ſich vor ihnen allmählich in Dämmerung und end⸗ lich in das romantiſche Halbdunkel der Mondnacht einhüllte. Nach langem Schweigen ergriff Karl wieder das Wort.

Ich weiß, begann er mit halblauter, vor in⸗ nerer Aufregung zitternder Stimnie,ich weiß, daß ich Deinen Vorſatz zu erſchüttern nicht vermag, und will daher unterlaſſen, noch mehr vergebliche Worte zu ſprechen. Möge Dich nicht ein Schickſal erreichen, das Deine künftigen Handlungen verdienen und das vielleicht bald von Tauſenden über Dich herabgeſchwo⸗ ren wird!.

Julius ſtarrte finſter vor ſich hin und ſchwieg. Nach einer Weile fuhr Karl fort:

Wir waren in der deutſchen Schule gute Kame⸗ Köberle, Alles um ein Nichts. I. 3