Teil eines Werkes 
1. Band (1871)
Entstehung
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der Bucht an das Seeufer hingelagert, ähnlich einer ſich ihrer Reize bewußten und dennoch verſchämt be⸗ ſcheidenen Jungfrau. Bad Schachen gewährt dem Be⸗ ſucher einen Anblick von feſſelnder Anmuth und Schön⸗ heit. Ueberſchaut man auch von der Terraſſe des länd⸗ lichen Gaſthauſes aus nicht, wie z. B. auf dem nahen Hoyer⸗ oder dem Gebhardsberge, das ganze Panorama des an Naturſchönheiten ſo reichen ſchwäbiſchen Meers,

ſo bilden doch die zwei neugierig in das Gewäſſer vor⸗

ſpringenden Nachbarn, Lindau und Allwind, zu der Ausſicht vom Bad Schachen einen Rahmen, in welchem ſich die Breitenſeite des Sees und die romantiſche Alpenkette jenſeits desſelben nur um ſo lieblicher aus⸗ nehmen.

Gegenwärtig gelangt man auf dem Wege von Lindau über Schachen nach Allwind an einer Kette von prächtigen Villen, ſchmucken Sommerhäuſern und üppigen Gärten vorbei. Zu der Zeit aber, in der unſere Erzählung beginnt, ſtreckten an Stelle dieſer neuen Herrlichkeiten nur behäbige Bauernhäuſer hier und dort ihre Holzgiebel beſcheiden aus den ſchattigen Obſtbaum⸗ wäldern und zwiſchen den Rebengeländern hervor. Selbſt auf der Höhe, welche jetzt durch das bewunderte Luſtſchloß Allwind geſchmückt iſt, ſtand damals nur ein zerfallendes Bauernhäuschen und ſchien dem vorüber⸗