Jahrgang 
1
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Dreißigſtes Kapitel.

Belagerung von Ronda.

Der kühne Hamet El Zegri, der Alcayde von Ronda war finſter nach der Uebergabe von Coin in ſeine Feſte zurückgekehrt. Er hatte ſein Schwert mit Chriſtenblut geröthet, aber ſein Rachedurſt war noch nicht geſtillt.

Hamet rühmte ſich der Stärke ſeiner Feſte, der Kraft ſeines Volks. Eine muthige, kühne Bevölkerung war zu ſeinem Befehl, ſeine Lärmfeuer konnten alle Krieger der Serrania aufbieten, ſeine Gomeren lebten faſt nur von der aus Andaluſien gewonnenen Beute, und in dem Felſen, auf welchem ſeine Feſte gebaut war, befanden ſich hoffnungsleere Kerker, die mit gefangnen Chriſten erfüllt waren, welche von dieſen Kriegsadlern auf den Bergen weggeführt worden.

Ronda wurde als unerſteiglich betrachtet. Es lag in dem Herzen wilder, rauher Gebirge und hing an einem einzeln ſtehenden Felſen, der von einem feſten Schloß mit dreifachen Mauern und Thürmen begrenzt war. Eine tiefe Schlucht oder vielmehr ein ſenkrechter Felsſpalt von furchtbarer Tiefe umgab drei Theile der Stadt, durch dieſen fluthete der Rio Verde oder der grüne Strom. Ddie Stadt hatte auch zwei Vorſtädte, mit Wällen und Thürmen umgeben und wegen der natürlichen Steile