Jahrgang 
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318 Wo gäb' es denn echte Liebe, die nicht den innigſten Verein und einen ewigen Bund wünſchte? Nur außer⸗ halb der Liebe liegen die Hinderniſſe, die Kränkungen, die Misgunſt des Lebens. Dieſe Furcht, kein Zweifel an deiner Liebe hat mich bisher abgehalten, von unſerer Verbindung zu ſprechen. Glaube nicht, mein Freund, daß mein Herz eines hohen, glanzvollen Platzes bedarf, um mit dir glücklich zu ſein, ſagte Thekla. Allein du bedarfſt der Ehre, des Ruhms und der ſtolzen Anerkennung. Darum ſtrebe im⸗ mer darnach, erobere ſie dir, nicht, weil ich ſie brauche und wünſche, ſondern weil ich dich dann befriedigt weiß, und unſere gemeinſame Zufriedenheit nicht mehr an dei⸗ nem Kummer erkranken kann. O Liebling du, mein Abgott Thekla! rief hingeriſſen . der Freund. Ja, laß mich ſo dich nennen, du mein Eins und Alles, du gütig heut und morgen gütig, unwan⸗ delbar in deiner Wunderherrlichkeit! Du ſchön, gut und treu! Was könnte ich in allen Sprachen und Wendun⸗ gen ausdrücken, als das Eine: Schön, gut und treu? Ja Eins ſind dieſe ſonſt getrennten Drei in dir. Und du und ich Eins! Und nichts mehr will ich wiſſen, I als der Liebe ſüß Gebet zu allen Stunden: Du mein, ich 3 dein! Erquickt vom Balſam dieſer Segensſtunde ſchaut meine Liebe der Zukunft, ja dem Tode entgegen. Was 6 könnte mich erſchüttern und beſiegen, ſo lange ich bete: Du mein, ich dein! Du ſchön, gut und treu! Wer könnte beſtimmen, wie viel von des Freundes I leidenſchaftlichem Ungeſtüm im Herzen Thekla's eine wahr⸗ 5 haftige Erwiderung fand? Sie war mit aller Lebhaf⸗