Jahrgang 
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wie ſehr er ihn ſchätze und ſich freue, ſeine Bekanntſchaft zu machen. Ich fürchte nicht, ſagte er, daß Ihr meine Freundſchaft zu jener eiteln Zudringlichkeit rechnet, mit der man jetzt in London ausgezeichnete Dichter zu quälen anfängt. Erſt hat man ſie hintangeſetzt, und in der Art, wie man ſie nun hervorzieht, wird man oft noch krän⸗ kender, als wenn man ſie fortwährend überſähe. Ich liebe die Poeſie über Alles, und ſchätze mit aufrichtiger Hul⸗ digung den Geiſt, der ſie beſitzt und ſpendet. Mein Groß⸗ vater, wie Ihr vielleicht wißt, hielt eine eigene Schau⸗ ſpielergeſellſchaft, und that es hierin dem Lord Admiral, den Grafen Eſſer und Hertford, ja dem Lord Chamber⸗ lain gleich. So iſt eine Liebe für die Poeſie und einiger Verſtand von der Sache gleichſam mit mir aufgewachſen. Lange war Robert Green mein Liebling, wie ſehr ich auch Marlow und George Peel, den londoner Stadt⸗ poeten, ſchätzte. Green iſt ein gar heiterer Geiſt, und ſeine Sachen ſind leicht und lebendig. Ja ſogar ſeine moraliſchen Schriften mag ich zuweilen gern; obſchon ſie mir wol nur darum ſo intereſſant ſein mögen, weil ich höre, daß der Verfaſſer ſelber ſehr luſtig und liederlich lebt. Dazwiſchen las ich nach und nach, und ſah auch, ſo oft ich nach London kam, die neuen vaterländiſchen Stücke, die ſo viel Aufſehen machten, den König Jo⸗ hann, den Heinrich VI., die Richarde. Gott's Augenlid, das ergriff mich, das war etwas Gewaltiges! Ich konnte mich vor ſtaunender Freude nicht einmal ärgern, daß der Dichter ſo herrlicher Schauſpiele nicht der Mühe werth hielt, ſich zu nennen. Und ich hätte doch ſo gern manch⸗

mal auf ſeinen Namen den Pokal erhoben, Mitternachts, 2⸗