Teil eines Werkes 
2. Th. (1857)
Entstehung
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bat eine der Dienerinnen, es in Ihr Schlafzimmer zu legen, wo Sie es ganz gewiß finden würden. Sie errathen doch, von wem es iſt? Gott ſchenke ihr Segen dafür! Ich hätte ſo viel Herzensgüte und Aufopferung gar nicht für möglich ge⸗ halten, wenn ich es nicht geſehen hätte. Das Herz iſt mir faſt gebrochen bei dem Anblick, den ich geſtern hatte, ſo viel Rück⸗ ſicht für Andere, ſo wenig Sorge für ſich ſelbſt! Ich bin über⸗ zeugt, wenn irgend ein Menſch im Stande iſt, eine ſündige Seele vom Verderben zu retten, ſo iſt ſie es. Es gibt auf Erden keine Zweite.«

Wen meint Ihr denn, Mark?

Nun wen ſoll ich ſonſt meinen als Miß Farrliel Das, was ich ſo eben geſagt, kann von keiner andern Per⸗ ſon ihres Geſchlechtes gelten. Nicht als ob ich anderen Frauen Unrecht thun wollte, aber ſie hat wirklich nicht ihres Gleichen.

Ihr veranlaßt mich faſt zu der Vermuthung, daß ſie hier iſt, Mark. Doch das iſt ja unmöglich; es müßte denn ſich mit ihrer Geſundheit ſehr gebeſſert haben.*

Es geht mit ihr vielleicht wirklich ein wenig beſſer als früher, entgegnete Mark,»aber ihr Leben hängt immer noch an einem Faden, der jeden Augenblick zerreißen kann. Trotz ihrer Krankheit und Abſpannung aber iſt ſie wirklich hier, und es iſt ein wahres Wunder zu nennen, daß ſie im Stande geweſen iſt, eine ſo lange Reiſe zu machen. Ihr bra⸗ ves gutes Herz aber hat ihr Kräfte gegeben, und der Himmel hat ihr ebenfalls ſeinen Beiſtand geliehen.«

Aber was führt ſie denn hierher? rief Gage.

Wie können Sie ſo fragen? Sie iſt gekommen, um Sie zu ſehen, um mit Ihnen zu ſprechen, um zu ſehen ob ſie Ihr Herz rühren kann, und ich hoffe, daß es mit Gottes