wir ſehr, ſagen zu müſſen, daß ſich ſeine Laufbahn in einem Narrenhauſe endigte, und der arme Ritter auf
dieſe Weiſe in der That ein Hoſpitaliter wurde! Nach dem in ſolchen Anſtalten herrſchenden Brauch, wurde der Ritter ſeiner üppigen Locken beraubt; und der Verluſt ſeines Bartes machte ihn vollends unheilbar; doch machte der Barbier des Ortes ſein Glück da⸗
durch, weil er alle die ſchwarzen Locken ſammelte und
mit großem Nutzen verkaufte.
Dieß iſt die letzte Nachricht, welche wir von dem Erz⸗Lügner Canterburys erhielten!
Turpin wurde(warum ſollte man es verhehlen 2) im Jahr 1739 in gork gehängt. Seine Feſtigkeit ver⸗ ließ ihn auch im letzten Augenblick nicht. Als er die verhängnißvolle Bühne beſtieg, zitterte ſein linkes Bein; er ſtampfte ungeduldig mit demſelben, und ſtürzte ſich, nachdem er vorher noch ein wenig mit dem Henker geplaudert hatte, plötzlich und entſchloſſen von der Leiter. Seine Leiden ſchienen kurz zu ſein,
wie er ſelbſt ſang:
Er ſtirbt nicht wie andre in ſteigender Qual, Und endet— kein Feiger— mit einem Mal.
Die Ueberreſte des flüchtigen Hochſtraßenmannes fanden ihre letzte Ruhe in dem entheiligten Kirchhofe von St. Georg, außerhalb des Fiſcherthors, einem grünen und Gras bewachſenen Begräbnißplatz, der aber nichts Düſteres und Unheimliches an ſich hat. Nur wenige neuere Gräber bezeichnen die Stellen, wo einige Opfer der Peſt im Jahr 1832— 33 beerdigt wurden. Allein wir ſuchten vergebens Turpin's Grab auf, wenn nicht(was mehr als wahrſcheinlich iſt) ein ein⸗ facher Stein mit den Buchſtaben R. T. daſſelbe bezeichnet.
Seine Feſſeln werden noch im Caſtell von York gezeigt,(die von Newgate, auf welche ein bekannter Schriftſteller, deſſen Werke den Namen„Boz“ tragen, anſpielt, ſind durchaus apoerpphiſch) und ſind ziemlich ſchwer und dick. Der gegenwärtige Schließer konnte


