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„Bewahre!“ ſagte Lady Rookwood.
„Sage ich alſo die Wahrheit?“
Sie war ſtill.
„Ich habe meine Antwort,“ ſagte Lukas.
„Dann überlaſſen Sie ſie ihrem Schickſale.“
„Nein,“ erwiderte Lukas:„ie iſt dennoch ein Weib, und ich werde ſie nicht der rohen Gewaltthä⸗ tigkeit überlaſſen. Setzen Sie ſie in Freiheit.“
„Sie ſind ein Narr,“ ſagte Jack.
„Hurrah, hurrah!“ rief Coates, welcher an das Fenſter geeilt war—„Rettung, Rettung!— ſie keh⸗ ren ſo eben von der Kirche zurück— ich ſehe Fackel⸗ ſchein in der Allee— wir ſind gerettet!“
„Hölle und Teufel!“ ſchrie Jack laut;„kein Au⸗ genblick iſt mehr zu verlieren. Munter, meine Jungen — bringt alles weg, was Ihr könnt— ſeid hurtig!“
„Lady Rookwood, ich ſage Ihnen Lebewohl,“ ſagte Lukas in einem Tone, in welchem ſich Zorn und Trüb⸗ finn vermiſchten.„Wir werden uns wieder treffen.“
„Wir find noch nicht geſchieden,“ entgegnete ſie: „werdet Ihr dieſen Mann weggehen laſſen? Tauſend Pfund für ſein Leben.“
„Auf der Stelle?“ fragte Rust.
„Bei dem lebendigen Gott, wenn es Jemand wagen wird ihn anzurühren, ſo ſchlage ich ihm auf der Stelle den Schädel ein, er mag nun Freund oder Feind ſein,“ rief Jack aus.„Lukas Bradley, wir tref⸗ fen uns wieder. Dann ſollen Sie von mir hören.“
„Lady Rookwood,“ ſagte Lukas beim Weggehen; „ich werde dieſe Nacht nicht vergeſſen.“
„Iſt alles fertig?“ fragte Palmer ſeine Kame⸗ raden.
„Alles.“
„Dann fort.“
„Halt!“ ſagte Lady Rookwood flüſternd zu ihm. e dieſes Dokument?“
„Hem!“


