Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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fühlend, reparirte die Mauern von London und andern Städten und empfahl ſeinen Edlen und Prälaten auf's Dringendſte, die Erbauung von feſten Schlöſſern, ohne ſie jedoch dazu zu bringen. Seine hochſinnige Tochter Elfleda war die einzige Nachahmerin ſeines Beiſpiels: ſie erbaute acht Schlöſſer in drei Jahren.*

So kam es, daß die Engländer in einem Lande, deſſen Beſchaffenheit über⸗ haupt keinen langwierigen Krieg zuläßt, fortwährend von dem Ausgange ei⸗ ner einzigen regelmäßigen Schlacht abhingen. Nach der Eroberung unter Johanns Regierung war es in der That das ſtarke Schloß von Dover, mit deſſen Belagerung Prinz Louis ſo viele Zeit verlor, was das Reich von England vor einer franzöſiſchen Dynaſtie rettete, und es iſt merkwürdig zu beobachten, wie das Land in ſpäteren Perioden, da die Veſten wieder in Ver⸗ fall geriethen, nach jedem bedeutenden Siege einer der ſtreitenden Parteien ſo leicht erobert wurde. In dieſer Beziehung ſind die Kriege der beiden Roſen reich an Belehrung. Die Handvoll ausländiſcher Söldlinge, wodurch Heinrich VII. ſeine Krone gewann, obwohl der wirkliche Erbe, der Earl von Warwick,(Ed⸗ ward's IV. Kinder als ungeſetzlich zugegeben, was ſie nach den Gebräuchen der Kirche auch wirklich waren) durch Richards Niederlage bei Bosworth ſeinen Anſpruch niemals verloren hatte der Marſch des Prätendenten nach Derby die Beſtürzung, die er durch ganz England verbreitete, und die Gewißheit ſeines Gelingens, wenn er vorgerückt wäre der leichte Sieg Williams III. zu einer Zeit, da die Maſſe der Nation ſeiner Sache widerſtrebte ſind lau⸗ ter warnungsvolle Thatſachen, gegen welche wir noch jetzt eben ſo blind ſind, wie wir es in Alfreds Tagen waren.

I.

Die Ruinen von Penmaen⸗mawr.

8 .

In Camden's Britannia ſteht eine Schilderung der merkwürdigen Ueberreſte, die wir im Texte als letzten Zufluchtsort Gryffyth's ap Llewellyn angegeben haben der Bericht iſt einem Manuſcript Sir John Wynne's aus Carls I. Zeit entnommen. Dabei ſind denn auf's Genaueſte beſchrieben seingeſtürzte Mauern von ausnehmend ſtarker Bauart, von einem dreifachen Walle umgeben, und zwiſchen jedem Walle die Grundmauern von wenigſtens hundert Thürmen, innerhalb der Wälle ſechs Schritte im Durchmeſſer faſ⸗ ſend. Dieſes Schloß ſcheint, ſo lange es ſtand, uneinnehmbar geweſen zu ſeyn; nirgends gab es einen Punkt, von wo man es angreifen konnte; der Hügel war ſehr hoch, ſteil und felſig und die Wälle ungemein ſtark, der Pfad zum Eingange führte in vielen Windungen aufwärts, ſo daß hundert Männer.

* Asser, de Reb. Gest. Alf. S. 17 u. 18.