Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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abergläubiſchen Vorurtheile, wie durch ſeine unvollkommene Kennt⸗ niß aller Hauptereigniſſe und Charaktere in ſeinem eigenen König⸗ reiche dermaßen entſtellt, daß wir es wagen müſſen, ſeine Aufgabe auf uns zu nehmen, und während der königliche Zug durch Wälder und Matten weiter zieht, aus unſern beſondern Geſchichtsquellen in aller Kürze die Chronik von Hilda, der ſkandinaviſchen Vala, zu er⸗ zählen.

Zweites Kapitel.

Ein prächtiger Menſchenſtamm waren doch jene Kriegsſöhne aus dem alten Norden, welche unſere Volksgeſchichten, die in ihren Be⸗ richten über dieſes Zeitalter ſo oberflächlich verfahren, unter dem ge⸗ meinſamen Namen der Dänen begreifen. Sie haben allerdings die Nationen, über welche ſie hinfegten, in abermalige Barbarei zurück⸗ verſenkt; aber aus dieſer Barbarei haben ſich durch ſie die edelſten Elemente der Civiliſation erhoben. Schweden, Norweger und Dä⸗ nen zeigten, von Weitem geſehen, trotz aller Verſchiedenheit in unwe⸗ ſentlicheren Punkten, bei näherer Prüfung doch einen gemeinſamen Charakter; ſie beſaßen dieſelbe wunderbare Thatkraft, dieſelbe Lei⸗ denſchaft für perſönliche und bürgerliche Freiheit, dieſelben glänzen⸗ den Irrthümer im Durſte nach Ruhm und im Punkte der Ehre, und vor Allem als Haupturſache der Civiliſation dieſelbe bewunderns⸗ werthe Biegſamkeit und Geſchmeidigkeit in der Vermiſchung mit den überwundenen Völkerſchaften. Gerade dieſer Zug bildet ihren eigent⸗ lichen Unterſchied von den halsſtarrigen Celten, welche jede Vermi⸗ ſchung zurückweiſen, jede Verbeſſerung verachten.

„Frankes li Archeveske li Dus Rou bauptiza.“- (Frankes, der Erzbiſchof, taufte Rolfganger.) Und kaum ein Jahrhundert ſpäter waren die Abkömmlinge dieſer * Roman de Rou, I. Th. Vers 1944.