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heranreifſt, ſo erfahre auch, daß der normänniſche Ritter ein geſchwo⸗ rener Sklave der Schönheit iſt. Oeffne die Hand, mein Kind,“ indem er von ſeinem Barett einen ungeſchnittenen, in byzantiniſche Filigran⸗ arbeit gefaßten Juwel abnahm,„und wenn Du den Fremdling ſchmä⸗ hen hörſt, ſo ſtecke dieſe Kleinigkeit in die Locken und denke freundlich an William, Graf der Normannen.“
Indem er ſo ſprach, ließ er den Juwel zu Boden fallen, denn Editha, welche vor ihm zurückbebte, ſtreckte keine Hand darnach aus, und Hilda, mit welcher Edward leiſe geſprochen hatte, kam alsbald zur Stelle und ſtieß den Edelſtein mit ihrem Stab unter die Hufe des königlichen Zelters.
„Sohn der Normannin Emma, welche Deine Jugend ins Exil ſandte— tritt nur die Gaben Deines normänniſchen Verwandten mit Füßen, und wenn Du, wie man ſagt, mit ſolcher Heiligkeit begabt biſt, daß der Himmel Deiner Hand die Macht zu heilen, und Deiner Stimme die Gewalt zu fluchen verleiht, ſo heile Dein Land und fluche dem Fremdling!“
Bei dieſen Worten hob ſie den rechten Arm gegen William, und ſo groß war die Würde und Gewalt ihrer Leidenſchaft, aß Alle ein förmliches Grauen überfiel. Den Schleier übers Geſicht ziehend, wandte ſie ſich ſofort langſam zur Seite und erreichte den Gipfel des Hügels, wo ſie aufrecht neben dem Altar der nordiſchen Gottheit ſtand, ihre Geſtalt regungslos wie eine Bildſäule, ihr Angeſicht unſichtbar wegen des Schleiers, mit dem ſie es foͤrmlich verhüllt hatte.
„Reitet weiter,“ ſprach Edward ſich bekreuzigend.
* Es iſt bemerkenswerth, daß die normänniſchen Herzoge ſich nicht Gra⸗ fen oder Herzoge der Normandie, wohl aber der Normannen nannten, wor⸗ nach auch die erſten anglonormänniſchen Könige bis auf Richard I. ſich Kö⸗ nige der Engländer, und nicht von England titulirten. In ſächſiſchen wie in normänniſchen Chroniken führt William gewöhnlich den Titel Graf(comes); doch wollen wir ihm in unſerer Geſchichte den bekannteren Namen Herzog geben.
Bulwer, Harold. 3


