14
in natürlichem Gange zu den Bildern zurück, womit ich Deinen Namen gleich Anfangs, als ich ihn auf die Aufſchrift dieſes Briefes ſetzte, in Verbindung brachte. Mir iſt, als befände ich mich abermals unter Deinem freundlichen Dache, als begrüßte ich wieder meinen ſorgſamen Wirth, während er in jenes gothiſche Zimmer tritt, worin ich meine ungeſelligen Studien aufſchlagen durfte, um nur die Ankunft majeſtätiſcher Folianten auszupo⸗ ſaunen und ganze Bibliotheken rings um mein unwürdiges Werk aufzuhäufen. Ich halte inne in meiner Arbeit und ſchaue aber⸗ mals durch die Burgfenſter und über jenen feudalen Graben auf die breite Landſchaft, welche— wenn ich nicht irre— ihren Namen von dem ſtolzen Bruder des Eroberers ſelbſt erhielt; oder wenn in jenen Winternächten die grimmigen alten Tapeten in den düſtern Winkeln ſich regten, höre ich wieder den ſächſiſchen Thegn(Than), wie er ſein Horn vor der Thurmpforte ſchallen läßt und Zutritt in die Hallen verlangt, aus denen ihn der Prä⸗ lat von Bayeur ſo ungerechter Weiſe vertrieb ⸗*— iſt es da ein Wunder, daß ich in den Zeiten, welche ich geſchildert, mit den Sachſen als Sachſe, mit dem Normann als ſeines Gleichen lebte — daß ich mich nur der ehrwürdigen Sprache, wie ſie am Hofe des Bekenners heimiſch war, bediente, oder meine Mitgäſte (wenn ich ſie nämlich meiner Gegenwart würdigte) mit den letzten Neuigkeiten erſchreckte, welche Harolds Spione von dem
⸗ Ueber das Haus meines Freundes geht nämlich die Sage, daß Erich der Sachſe in beſtimmten Nächten ſein Horn vor deſſen Thore blaſe und in forma spectri den Beſitzer wegen ſeiner Vertreibung vorlade.


