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ein Kind göttlicher Abkunft und verträgt deshalb nicht das Leben auf der Erde. Aber die Poeſie lebt doch auf Erden, ſie hat vom Uranfang der Welt gelebt und wird und muß immerfort lelen!— Der Irthum liegt in der falſchen Anſicht des Lebens. Man verwechſelt Lebenmit Veget iren. Leben heißt: friſch, geſund und ſeiner bewußt, ſich orga⸗ niſch entwickeln. Vegetiren heißt ein ſeiner ſelbſt unbewußtes, gegen die Erſcheinungen der Natur gleichgültiges, geiſtig todtes Daſein führen. Dieſes
ſogenannte Leben trennt ſich dadurch von dem wah⸗
ren Leben und von der Poeſie, daß der entſetzlichſte aller böſen Geiſter in jenem regiert, der Geiſt der Gleichgültigkeit. Unſer Erbübel aber iſt, daß jener durch tauſend Thore ſeinen Eingang in das Leben findet! Weniger gefährlich iſt der Zuſtand der Roh⸗ heit als der einer halben Bildung. Wo die Befrie⸗ digung des Bedürfniſſes die einzige Sorge der Men⸗ ſchen iſt, kommt wohl zuweilen mit der Befriedi⸗ gung ein Lichtblick, der den erfreuten Armen das Walten einer höheren Liebe in der umgebenden Na⸗ tur ahnen läßt. Seltner wird er dem erſcheinen, der nur den Gewinn ſucht. Dem Kaufmann glänzt ſein todtes Gold mehr als alle Geſtirne am Him⸗ mel, als der Thau an der Pflanze, als der Bach wenn die Morgenſonne ihn beſcheint. Wenn auch eine edlere Bildung den ernſten Geſchäftsmann em⸗ pfänglicher für die Sprache der Natur machen ſoll⸗


