Teil eines Werkes 
6. Bdchen (1831)
Entstehung
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ſich, ob ſie auch faßten, und brachte dadurch oft ſich ſelbſt und ſein Publikum aus der Tramontane. Er fühlte, daß er, um dieſer Angewohnheit willen, nicht gut las, und hatte es ungemein gern, wenn ein Anderer ihm dies Geſchäft abnahm; aber das war kitzlich genug, beſonders wenn von handſchrift⸗ lichen Aufſätzen die Rede; denn jedes falſch gele⸗ ſene Wort, oder auch nur ein zögernder Blick auf ein ſolches, um es richtig zu leſen, war ihm ein Dolchſtich, und er wußte dies nicht zu verbergen. Als Sänger hatte er eine ſchöne, kräftige Pruſ ſtimme, Tenor.

Es war ſchwer, in Bekanntſchaft mit ihm zu kommen. Er ſelbſt blieb lange verſchloſſen, und hörte auch wenig auf Menſchen, die er erſt kennen lernte, wenn ſie nicht ganz beſonders intereſſant waren. Alte Bekannte gingen ihm über Alles; er fühlte ſich begnem mit ihnen, und mehr verlangte er nicht.Wie mag doch Hoffmann mit dem und dem umgehen können? dieſe Frage, die man ſo oft machte, beantwortete ſich am beſten dahin,weil er den und den ſchon ſo und ſo lange kannte. Eine gleiche Geſinnung forderte er aber auch gebie⸗ teriſch von ſeinen Freunden. Sie ſollten keinen Gott haben neben ihm; er betrachtete es als eine Felonie, wenn ſie ſich verheiratheten, mit ihren