Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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ſeiner Tochter Wilhelmine dem Doktor O... nicht

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lich, wie eine klare Phantaſie, ein heller Verſtand, immer mehr ſiegend hervorbrach.

Auch mich bemerkte der Baron, und zog mich ins Geſpraͤch. Endlich fand der Baron, daß fuͤr die erſte Ausfahrt nach ſo langer Nervenkrankheit nun genug Zeit vergangen, und man begab ſich auf den Rückweg.

Es wird ſchwer halten, ſprach der Doktor leiſe zu mir,den Schlaf von ihm abzuwehren; aber ich werde Alles anwenden, zu verhuͤten, daß er um des Himmels Willen nicht ſchlafe. Wie leicht koͤnnte dieſer Schlaf einen feindſeligen Charakter annehmen, und dem Alten alles, was er ſah und em⸗ pfand, wiederum als Traum verſchwimmen laſſen.

Einige Zeit nachher hatte ſich im Hauſe des Geheimenraths von S.. eine große Veraͤnderung zugetragen. Onkel Siegfried war voͤllig von ſei⸗ ner Krankheit geneſen, und ſeltſam genug ſchien es, daß er zu gleicher Zeit weicher und kraͤftiger geworden.

Er verließ die Reſidenz, zur Freude des lieben⸗ den Bruders, und bezog ſeine ſchoͤnen Guter, de⸗ ren Verwaltung der Doctor O..., ſeinen Doktor⸗ hut an den Nagel haͤngend, uͤbernahm. Die drin⸗ gende Fuͤrſprache einer edeln Prinzeſſin bewirkte es, daß der ſtolze Geheimerath von S... die Hand

laͤnger verweigerte.