Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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99 klagt, die ſofort den Bann uͤber Dich ausſprechen, und Dich von ihren Thees gaͤnzlich erkludiren wuͤrde. und wer eilt denn, als hinge das Gluͤck des Le⸗ bens davon ab, zu jedem dieſer inſipiden Thees? Wer benutzt ſorglich jede Gelegenheit, das S.. ſche Haus zu beſuchen? Ei, ei, mein Freund, ich merke was, die ſchoͤne Wilhelmine

Laſſen wir das, ſprach der Doktor, und be⸗ merken wir, daß dort im Wagen ſich Perſonen befinden, die auf das Ende unſers Geſpraͤchs nur zu begierig warten. Mit zwei Worten, die Fami⸗ lie des Geheimenraths von S.. iſt ſeit undenklicher Zeit eine durchaus hochadelige; kein einziges Glied, vorzüglich maͤnnlicher Seits, war aus der Art ge⸗ ſchlagen. Um ſo entſetzlicher mußte es dem Vater des Herrn Geheimenraths von S... ſeyn, als ſein juͤngſter Sohn, Siegfried geheißen, wirklich der Erſte war, der aus der Art ſchlug. Alles kuͤnſt⸗ liche Ueberbauen half nicht; ein tiefes, herrliches Gemuͤth machte ſich Platz, ſelbſt unter den hochade⸗ ligen Gemuͤthern. Man ſpricht allerlei. Viele ſagen, Siegfried habe wirklich an einer Geiſtes⸗ krankheit gelitten; ich kann es nicht glauben. Genug, der Vater hielt ihn eingeſperrt, und nur des Tyrannen Tod gab ihm die Freiheit.

Dieß iſt nun der Onkel Siegfried, den Du in der Geſellſchaft bemerkt haben mußt, wie er mit dieſem oder jenem Gelehrten, den er aufgeſucht