Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

86

ſich nicht allein das gefallen laſſen, ſondern uͤber⸗ dem, dem kleinen Ungethuͤm freundlich zunicken, und ſeine Galanterien uͤberhaupt gar gerne zu haben ſcheinen. Dieſer kleine Kerl iſt gewiß mit einer reichen Doſis von natuͤrlichem Mutterwitz,

dem entſchiedenen Talent fuͤrs Poſſirliche, und der 3

Kraft, es darzuſtellen, begabt. Er iſt der Pag⸗ liaßo, der Tauſendſaſa, der Allerweltskerl in der ganzen Gegend, die den Wald umſchließt, wo er hauſet; ohne ihn kann keine Kindtaufe, kein Hoch⸗

zeitſchmaus, kein Tanz im Kruge, kein Gelag

beſtehen; man freuet ſich auf ſeine Spaͤße, und be⸗ lacht ſie das ganze Jahr hindurch. Der Reſt der Familie beſteht, da die Kinder und etwanigen Maͤgde zu Hauſe gelaſſen werden, nur noch aus zwei Weibern von robuſtem Bau und finſterm, muͤrriſchem Anſehen, wozu freilich der Kohlenſtaub, der ſich in den Falten des Geſichts feſtſetzt, viel beitraͤgt. Die zaͤrtliche Anhaͤnglichkeit eines großen Spitzes, mit dem die Familie jeden Biſſen theilt, den ſie waͤhrend des Markts ſelbſt genießt, zeigte mir uͤbrigens, daß es in der Koͤhlerhuͤtte recht ehrlich und patriarchaliſch zugehen mag. Der Kleine hat uͤbrigens Rieſenkraͤfte, weßhalb die Familie ihn dazu braucht, die verkauften Kohlenſaͤcke den

Kaͤufern ins Haus zu ſchaffen. Ich ſah oft, ihn

von den Weibern mit wohl zehn großen Koͤrben bepacken, die ſie hoch uͤbereinander auf ſeinen Ruͤcken