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Gewiſſen, das mich zuweilen derb in den Rücken ſtößt. Treibt auch jetzt mich an, zu geſtehen, daß
ber, die zum Mittrinken gezwungen werden, fallen todt um. Als Tonelli trinken ſoll, ruft er in der Verzweiflung: Pereat dem Teufel, vivat Gott dem Herrn! Sogleich verſchwindet die ganze Geſellſchaft, und es erſcheint ein Geiſt in der Geſtalt eines ſchoͤnen großen Vogels⸗ dem Tonelli ſein Compliment macht, und ihn um Verzeihung bittet wegen des unhoͤflichen Gebets, das ihm in der Angſt entfahren. Der Bogel erwiedert, das habe nichts zu ſagen, und rathet ihm, von den Koſtbarkeiten auf dem Tiſch einen Pokal und eine Perle zu neh⸗ men, die alles in Gold zu verwandeln vermag. Tonelli thut es, und darauf bringt ihn ein ge⸗ fluͤgelter Eſel nach dem Lande Aromata. Er gewinnt durch ſeine Goldmacherei die Gunſt des Kaiſers, der ihm, nachdem er als ein ta⸗ pferer Feldherr die Feinde des Landes veſiegt, gegen Auslieferung der Perle, ſeine Tochter zur Gemahlin gibt, und dem er in der Regie⸗ rung folgt. Am Schluſſe heißt es:„Bin jetzt alt und grau und immer noch gluͤcklich, ſchreibe aus Zeitvertreib, und weil ich nicht weiß, was ich thun ſoll, dieſe meine wahrhafte Geſchichte, um der Welt zu zeigen, daß man gewiß und wahrhaftig durchſetzt, was man ſich ernſthaft vorgeſetzt hat. Habe Gottlob! noch guten Ap⸗ petit, und hoffe, ihn bis an mein ſeeliges Ende zu behalten. Die idealiſchen Traͤume meiner Kinderjahre ſind an mir in Erfuͤllung gegan⸗ gen: das erleben nur wenige Menſchen.“—


