Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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fuͤr ſein Unterkommen auf irgend eine Weiſe zu G ſorgen, nur muͤſſe er ſich uͤber ſein bisheriges Wohl⸗ verhalten durch glaubhafte Atteſte legitimiren. Seit der Zeit hat er nichts mehr von ſich hoͤren laſſen. Er nannte ſich Ferdinand Hoffmann, und Du nirſt vielleicht am beſten den naͤheren

wahren Zuſammenhang der Sache wiſſen, oder we⸗ nigſtens errathen koͤnnen.

Es iſt wahr, liebſter Bruder! daß Jahre hindurch uns das Schickſal ganz auseinander geworfen hat, und es ſcheint auch, als wenn Dir meine Den⸗ kungsart ganz fremd geworden iſt, denn ſonſt wuͤr⸗ deſt Du nicht von dem Mantel des Hochmuths ſprechen, den ich mir umgehaͤngt haben ſoll, und der, wie ich wohl verſichern kann, nach meiner Art zu ſeyn, mir ein durchaus unbequemes ungewohn⸗ tes Kleidungsſtuͤck ſeyn wuͤrde, in dem ich mich nicht zu regen und zu bewegen wuͤßte. Ferner, liebſter Bruder! wuͤrdeſt Du irren, wenn Du glaubteſt, daß ich durch die Beerbung meiner Er⸗ zieher in irgend eine guͤnſtigere Lage, als ſie ſich gerade aus meinen Dienſtverhaͤltniſſen ergibt, ge⸗ kommen ſeyn ſollte. Vielleicht waͤre dieß der Fall geweſen, wenn nicht der ungluͤckſelige Krieg mich im Jahre 1806 dienſtlos gemacht haͤtte. Ich weiß nicht, ob es Dir bekannt iſt, daß ich ſeit dem Jahre 1807 mich im ſuͤdlichen Deutſchland, in Bamberg, als Theater⸗Muſik⸗Direktor nothduͤrftig naͤhrte;