Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Frau mir Vorwürfe gemacht, daß ich ſie habe ver⸗ giften wollen, erinnere ich mich nicht; nur ſoviel ſtand mir den Tag darauf lebendig vor Augen, daß ich die That begangen hatte. Nie iſt mir gegen ſie ein böſer Gedanke in den Sinn gekommen, und ich kann es nicht begreifen, und es blos dem trunkenen Zuſtande, in dem ich an dem Tage war, beimeſ⸗ ſen, mich einer Handlung ſchuldig gemacht zu ha⸗ ben, die ich bei vollem Bewußtſein auch nicht zu denken gewagt habe. Dieſem Zuſtande muß ich, einzig und allein, den ganzen Vorgang beimeſſen, und einzig iſt dies meine Entſchuldigung. Bei ſeiner Vernehmung in M... ſagte der Angeſchul⸗ digte, nachdem er Anfangs verſichert hatte, ſeiner frühern Auslaſſung nichts hinzufügen zu können noch beſonders:

ich betheu're, daß ich noch niemals vorher dar⸗ an gedacht hatte, daß ich meiner Ehefrau Grün⸗ ſpan oder ſonſt was Schädliches beibringen wollte. Am 12ten d. M., wo dieſes geſchehen iſt, bin ich im berauſchten, meiner Sinne gar nicht mächtigen Zuſtande geweſen. Ich hatte vier Gläſer Rum kurz hintereinander getrunken, der Marqueur wird dies bezeugen, ich bin aber nur ſchwächlich, kann nicht viel vertragen, und erlitt einen Rauſch. Kurz ich war in einem Zuſtande, von welchem ich ſelbſt nicht Rechenſchaft zu geben weiß. Ich weiß mich nur durch nachheriges anhaltendes Nachdenken zu ent⸗