Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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Du haſt alſo meine Bitte getreulich erfüllt? fragte Bernthal indem er ſie ſcharf beobachtete. Du verläßt niemals dieſes Haus, und läßt niemand Fremdes zu Dir ein?

Sie begegnete ſeinem Auge mit einem lächelnden Ausdruck, und ſchüttelte verneinend das Haupt. Und warum ſollte ich es denn auch? fragte ſie un⸗ befangen. Bin ich es denn nicht gewohnt, ſo ein⸗ ſam und ſtill zu leben, habe ich nicht bis vor weni⸗ gen Wochen mein Leben in einem Kloſter zugebracht, wo ich Viemand geſehen, als meine lieben alten Vonnen, welche mich groß gezogen und unterrichtet haben, und welche mich gelehrt haben, die Welt und die Menſchen zu fürchten, und Niemand zu vertrauen außer Gott?

Auch mir nicht? fragte Bernthal, indem er mit ſeiner flachen Hand zärtlich über ihren glänzenden blonden Scheitel ſtrich.

O Du, ſagterſie, Du biſt ja kein Menſch, wie andere Menſchen ſind. Du haſt niemals die Treue gebrochen, niemals geheuchelt und verleumdet. Du biſt groß und erhaben, und weil Du das biſt, darum verachteſt Du die Menſchen, welche Dir nicht glei⸗ chen, und zu welchen Du hernieder ſchauſt voll gren⸗ zenloſen Mitleides und Erbarmens, aber nicht voll