Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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und ihren Nacken nieder, ihr graues Kattunkleid, welches hier und da zerriſſen war, ließ ihre Arme und ihren Hals, um welchen ſie ein dunkelrothes Tuch geſchlungen, frei. Der Arm der mediceiſchen Venus war nicht ſchöner geformt als dieſer Arm der Bettlerin, und niemals konnte man edlere und ſtolzere Formen ſehen, als dieſer Nacken und dieſe ganze Geſtalt Mariens ſie zeigte. Inmitten eines Palaſtes, umrauſcht von Sammet und Seide würde ſie die Königin der Schönheit geweſen ſein und Jedermann würde ſie angebetet haben; in dieſem elenden Raume, in dieſen Lumpen war ſie nichts als ein verlorenes Weib und Niemand achtete ihrer.

Sie verlangte auch kein Mitleid und keine Theilnahme, ſie wollte ganz einſam ſein mit ihrer Qual, ganz unbeklagt mit ihrem Haß. Sie glaubte an kein Bedauern, und ſie würde Jeden verlacht haben, der ihr geſagt hätte, daß ihr Schickſal ihm Erbarmen einflöße. Sie hatte eine ſtolze, kalte Seele, welche von keinem Strahl des Glückes mehr erwärmt werden konnte.

Wie ſie jetzt in die Luft ſtarrte, bewegte ſie leiſe die Lippen. Was flüſterte ſie? Niemand hätte es verſtehen können, wie nah er auch immer bei ihr geſtanden. Sie flüſterte, und ſprach mit ihren

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