Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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faches Liedchen, ja, ſeine Stimme ward lauter und voller, die Erinnerungen an die Heimath hatten ihn der ſtrengen Disziplin vergeſſen laſſen, und der Soldat war in dieſem Augenblick nur ein weiches, ſehnendes Menſchenkind.

Schauerlich und entſetzlich klang den Flücht⸗ lingen dieſer Geſang, welcher ſo leicht für ſie ihr Sterbelied, der Grabgeſang ihres Lebens ſein konnte. Wie viel Gelübde, wie viel Flüche, wie viel Gebete waren es nicht, die in dieſem Moment ihre Seelen bewegten. Es war gewiſſermaßen das irdiſche Fege⸗ feuer, mit welchem ſie ſich die Seligkeit der Freiheit vielleicht erwerben konnten! Plötzlich hielt der Soldat mitten in ſeiner Melodie inne hatte er ſie jetzt gewahrt, ſie, welche zu ſeinen Füßen kauerten?

Bernthal legte die Hand entſchloſſen auf den Griff ſeines Dolches und richtete ſich langſam ein wenig empor. Aber der Soldat war nur aus ſeinen ſchönen Erinnerungen erwacht, und jetzt wandte er ſich um und begann wieder ſeinen langſamen, mono⸗ tonen Rückweg anzutreten.

Vorwärts! flüſterte Bernthal.

Raſch, wie vom Winde getragen, wirbelten die fünf dunkeln Geſtalten empor, erreichten ſie die Höhe