Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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Ausſehen, waren offenbar zu dieſer Stunde alle von Einem und demſelben Gedanken beſeelt, und als ſie jetzt auf dem Walle ſtanden und einen Augenblick aufathmend das Auge über die Landſchaft hatten dahin ſchweifen laſſen, richteten ſich ihre Blicke ganz unwillkürlich auf einen und denſelben Gegenſtand, auf dieſe hohe und ſtolze Geſtalt des Einen aus ihrer Mitte, der mit ineinander geſchlagenen Armen ſchweigend und unbeweglich in das Gluthenmeer des Sonnenuntergangs hineinſtarrte. Die Sonnenſtrah⸗ len beleuchteten ſein Antlitz, und als ſeine vier Be⸗ gleiter den Schmerz und die Qual ſahen, welche

wie Wetterleuchten durch ſeine Züge zuckten, wandten

ſie unwillkürlich das Haupt ſeitwärts, als hätten ſie Furcht, den ſtarken Mann ſo weich und weibiſch in ſeinem Schmerz zu ſehen. Einmal flog ein Zittern durch ſeine Geſtalt und ein gellender Schrei drang von ſeinen Lippen. Seine vier Freunde falteten ſtill dazu die Hände als ob ſie beteten, aber Nie⸗ mand fragte ihn nach ſeinem Schmerz, denn ſie kannten ihn Alle, und nicht ſie allein, die Schild⸗ wachen, die in gleichgiltiger Ruhe neben ihnen auf⸗ und abwandelten, die Gefangenen, welche da unten

ſeufzend und ihr Geſchick verfluchend in den Kaſe⸗

matten ſaßen, ſie Alle kannten den Schmerz dieſes

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