Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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ihn, zu bleiben, und denoch war es die Liebe, welche ihn feſſelte. Dort hinter jener Thür, dort war ſeine Tochter. Er hatte ſie ſeit jener entſetzli⸗ chen Stunde nicht wieder geſehen, er hatte ſich ge⸗ ſchworen, niemals wieder in ihr Antlitz zu ſchauen. Aber die Sehnſucht überwältigte ihn jetzt. Leiſe öffnete er die Thür. Frau Walberg war ſchon auf⸗ geſtanden; ſie wußte, daß Bernthal verreiſen wolle,

aber ſie hatte, Bernthals Wunſche gemäß, es Anna

verſchwiegen.

Bernthal reichte ihr die Hand und ſagte weich: in wenigen Stunden werden Sie Ihren Sohn wie⸗ derſehen. Vergeſſen Sie in Ihrem Glücke meiner Tochter nicht. Seien Sie ihr eine Mutter. Und jetzt, ich bitte, laſſen Sie mich einen Augenblick allein.

Frau Walberg verließ das Zimmer. Er ſchaute ihr nach, bis die Thür ſich hinter ihr ſchloß; dann ſchlich er leiſe, hochklopfenden Herzens zu dem Lager ſeiner Tochter.

Da lag ſie, nachläſſig hingegoſſen, das Haupt ſeitwärts geneigt auf den weißen Arm, ſanft athmend im friedlichen Schlummer. Und Bernthal ſtand und ſchaute zu ihr hin mit dem ganzen Stolz und dem

Entzücken eines Vaters. Wie er jetzt daran dachte,