Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Sie vor Gott und Ihrem eigenen Gewiſſen verant⸗ worten, aaer ich verabſcheue Sie, weil Sie ſelbſt der Unſchuld eines Engels nicht ſchonten, weil Sie ſelbſt die reine und ſonnenheitere Stirne Ihrer Tochter mit den dunkelen Zeichen Ihres Verbrechens befleckten! Weil Sie, in Folge eines infernaliſchen Planes, die⸗ ſes junge Mädchen in Abgezogenheit und Stille, in gänzlicher Unerfahrenheit mit den Gebräuchen und Sitten der Welt, wie eine Einſiedlerin aufwachſen ließen, um eines Tages aus ihr ein um ſo bequeme⸗ res Werkzeug Ihres Verbrechens zu machen.

Oh, um eines ſchönen Tages vielleicht, wenn das Verbrechen an den Tag käme, es mit ihr zu machen, wie Sie es mir gethan, und auf Annas Haupt die Schuld zu häufen, welche in Ihrer furchtbaren Schwere ſie zu Boden drücken ſollte.

Und wer ſagt Ihnen denn, daß ſie dies nicht thut? fragte Bernthal ruhig. Wer ſagt Ihnen denn, daß die endliche Erkenntniß meiner Schuld nicht eines Tages über mich kommen, und mich zerſchmettern würde? Aber denken Sie nicht, junger Mann, daß dies eins jener weichmüthigen, jammervollen Reuege⸗ fühle iſt, welches die feigen Menſchen die Hände fal⸗ ten und wimmern läßt: ich will's nicht mehr thun!

Und hätte ich mein ganzes Leben, noch einmal