dem Athem, mit knirſchenden Zähnen und einem ſchadenfrohen Lächeln durch die Straßen eilte, um 3 ſich nach dem Polizeigericht zu begeben, Gedanken des Haſſes, des wilden Zornes und der Verzweiſ⸗ lung über ihr eigenes, vernichtetes Daſein.
Aber der Weg war weit und erſchöpfte nach und nach ihre erſte fieberhafte Erregtheit. Sie mußte endlich ihren Schritt mäßigen, ſie mußte einen Augen⸗ blick ſtill ſtehen, um Athem zu ſchöpfen.— Oder war es nicht blos Erſchöpfung, welches plötzlich ihren 4 Schritt lähmte, und ſie am Weitergehen hinderte?*
Sie ſtand an die Mauer eines Hauſes gelehnt, und ſtarrte hinüber zu dem Hauſe jenſeits der Straße, hinüber zu jenem niedrigen, kleinen Fenſter, hinter deſſen trüben Scheiben man den Schimmer eines kleinen Lämpchens gewahrte. Sie mußte wohl noch mehr gewahren als nur dieſen Schimmer, denn ſie ſtand wie angefeſſelt, bewegungslos. Es war eine enge, menſchenleere, kleine Gaſſe mit ſchmutzigen, elenden Häuſern, deren untere Fenſter durch die oft vorgenommene Straßenerhöhung mit der Straße in gleicher Linie ſich befanden. Marie konnte daher von ihrem 8 aus das ganze kleine Zim⸗ mer gegenüber durchblicken und Alles gewahren, was in demſelben vorging.— Viemand ſtörte ſie in ihrem
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