Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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eerzitterſt Du unter Deines Liebſten Küſſen?

304 Kein Genuß iſt unerſchöpflich, kein Glück ohne Ende; wollen wir den Penß und Glück nicht mit eines Verſchwenders Unverſtand verpraſſen, ſondern ſparſam ſein mit iil

Doch der Geizige darbt oft umgeben von Schätzen, und entbehrt, wo es weiſe wäre zu genießen, ſagte Aurelia, auch nicht ſo wollen wir ſein, mein theurer Freund.

Dann ruhten ſie neben einander auf den ſeidenen Polſtern des Divans in beredtſamem Schweigen. Eine

ſüße wolluſtvolle Stille war um ſie her, berauſchende

Wohlgerüche durchdufteten das Bondoir und ſchienen

in ſchwebenden Wölkchen ſich um die rothe Ampel zu reihen, die an goldenen Ketten von der Decke hernieder hing und ein ſanftes rothes Licht verbreitete, das ſüß verſchwiegen, mehr zu verhüllen, als zu offenbaren ſchien. In gleichmäßigem Takte ertönte das Pickern der alabaſternen Uhr, die auf dem Sims des Kamins ſtand, und die Flötenuhr ließ bei der abgelaufenen Stunde die wollüſtige Weiſe eines Straußiſchen Walzers ertönen. Aureſiens Blicke glüh⸗ ten in Liebe und Luſt, ihr heißer Athem berührte des Geliebten Wange, der über ſie geneigt, leichte Küſſe, wie fliegende Schmetterlinge auf ihre Augen, ihre Lippen, ihre Stirne hauchte und dann leiſe fragte: